Ortsteile

Bad Griesbach im Rottal umfasst 105 Ortsteile und sieben Gemarkungen, die wir Ihnen am Ende dieser Seite auflisten.

Vier davon möchten wir Ihnen etwas genauer vorstellen:

Karpfham

Vor 1100 Jahren wird Karpfham zum ersten Mal erwähnt. 903 wird es von König Ludwig dem Kind dem entstehenden Passauer Domkapitel geschenkt. Der Ort ist wahrscheinlich ursprünglich Fiskalgrund der jeweils bairischen Herrscher aus dem Erbe des untergegangenen Römischen Reiches. Ein Mann Namens Corbe (=Rabe) aus der Minderheit der romanischen Urbevölkerung wird im 7./8. Jahrhundert seinem "Heim" den Namen Corbheim gegeben haben.

Wie es sich für ein echtes bayerisches Dorf gehört, sind und waren Kirche und Pfarrei stets Mittelpunkt des Ortes und somit auch seiner Geschichte. Karpfham war eine Urpfarrei des Bistums Passau und umfasste damals auch die Gebiete von Kindlbach, Weng und sogar Griesbach. Das wohl herausragendste Ereignis in der Historie Karpfhams geht 1162 über die Bühne. Kein geringerer als Herzog Heinrich von Bayern und Sachsen, besser bekannt als "Heinrich der Löwe", kam in Begleitung zahlreicher Bischöfe, Grafen und Adeliger auf eine "Wiese nahe Chorbheim", wie es in der Überlieferung heißt, um dort einen Landtag zu halten. Dabei wurde ein Güteraustausch zwischen dem Kloster Reichersberg und dem Grafen Perthold von Bogen rechtens gemacht.

Und die "Wiese nahe Chorpheim" ist noch heute bekannt: Jährlich findet dort das Karpfhamer Fest statt. Bayerns drittgrößtes Volksfest macht den Ort weit über seine Grenzen hinaus berühmt. Wenn rund 400.000 Besucher auf die historische Volksfestwiese strömen, wird der Vorort zum Zentrum. Bekannt ist das Fest vor allem für die einmalige Rottalschau mit fast 70.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche und dem berühmten Rottaler Zehnerzug.

Reutern

In Röhms "Das historische Alter der Diözese Passau" steht geschrieben: Das Dorf Reutern (Riutarn, Rautar, Reittorn) wird urkundlich zum ersten Male 1076 erwähnt.

In diesem Jahre betraute nämlich Bischof Altmann von Passau den Grafen Heinrich II. von Vornbach mit der Vogtei über die in Bayern gelegenen Besitzungen des neugegründeten Chorherrenstiftes St. Nikola und gab ihm für die Verbindlichkeiten, welche er mit diesem Amte übernahm, 12 Weinberge in Reutern, die seinem Schlosse Griesbach nahe lagen, zu Lehen. Gegen Ende des 12. Jhdts. findet man das Hochstift Passau in Reutern begütert. Auch die Mönche von Vornbach hatten Grundbesitz im Dorf selbst und in der Umgebung von Reutern. Allein diese Angaben beweisen, dass Reutern ein uralter Kulturort ist. Wenn schon im Jahre 1076 Weinberge verschenkt werden, so ist erwiesen, dass deren Anlegung schon in weiter zurückliegender Zeit erfolgt sein musste. Dass das Gebiet um Reutern schon in vorgeschichtlicher Zeit von Menschen besiedelt war, beweisen zahlreiche steinzeitliche Funde. Tausende davon hat Irmgard Friedl in un dum Reutern gesammelt und in einem kleinen Privatmuseum zusammengestellt, das heute von ihrer Tochter Gerlinde Friedl geführt wird.

In gemeinsamer Arbeit haben die Bürgerinnen und Bürger von Reutern ihren Kirchenvorplatz verschönert. Auf dem Areal vor der spätgotischen Kirche mit dem spätromanischen Turm plätschert jetzt Wasser im neuen Brunnen, Wege sind neu angelegt und bei Dunkelheit beleuchten Strahler das Bauwerk. Das neue Dorfgemeinschaftshaus lädt zum Zusammenkommen ein.

St. Salvator

Am 7. November 1802 erschien der Oberrechnungsrat Puck, ein Hasser der Klöster, um die "Individuen", aber vor allem die Vermögenswerte des Stifts zu inventarisieren und für den Staat zu sichern. Als der Reichsdeputationshautschluss von 1803 die reichsgesetzliche Grundlage bot, wurde das Stift 500 Jahre nach seiner Entstehung aufgehoben.

Im Juli erschien Johann Christoph Freiherr von Aretin, untersuchte die Bibliothek und konfiszierte Bücher, anderes wurde verschleudert. Zwei Glocken wurden abgeholt. Die Goldschmiedearbeiten verschwanden. Das Konventsgebäude wurde als Brauhaus ebenso wie andere Gebäude verkauft, wodurch Menschen sich im Ort ansiedeln konnten. Dafür waren 34 Bedienstete arbeitslos. Die Chorherren versuchten eine neue Seelsorgestelle zu finden.

Die Stiftskirche war zu einer Nebenkirche fast ohne Seelsorge abgesunken. Bis in die 40er Jahre drohte ihr Abriss. Die Kinder mussten in die umliegenden Dörfer bis Uttlau in die Schule gehen. Bis hierher mussten die Menschen auch zu Fuß gehen, um die Sakramente empfangen zu können. Endlich 1834 gelang die staatliche Genehmigung einer Curat- und Schulstelle im jetzigen Pfarrhaus. Ein Priester hielt den Unterricht und einen Teil der Seelsorge. 1892 wurde eine neue Schule gebaut und 1893 ein Friedhof eingeweiht. Endlich 1902 bekam St. Salvator eine selbständige Schule und eine eigene Pfarrei. 2003 gedachte die Pfarrei und der Ortsteil dieser beiden wichtigen Daten in der Ortsgeschichte: 200 Jahre Säkularisation und 100 Jahre Pfarrei.

Weng

Unbeschreiblicher Jubel erfüllte den Petersdom, als Papst Pius XI. am 20. Mai 1934 die Heiligsprechung des Kapuzinermönches Bruder Konrad von Parzham verkündete. 60.000 Pilger hatten sich zu dieser Heiligsprechung in Rom versammelt. Das niederbayerische Rottal hatte einen Heiligen hervorgebracht: Einen Mann aus dem Volke, den Bauernsohn Johann Birndorfer aus dem Weiler Parzham bei Weng. Mit dem Bruder-Konrad-Hof kann die Pfarrei Weng heute noch eine der ganz wenigen noch erhaltenen Geburtsstätten eines Heiligen in Deutschland bieten. Zum alljährlichen Bruder-Konrad-Fest am 1. Mai kommen mehrere tausend Pilger aus der ganzen Region.

Eine weitere Besonderheit ist die Wallfahrtskirche St. Wolfgang. Eingebettet in ein Landschaftsgebiet von überwältigender Schönheit, der sogenannten "Neuen Welt", wartet sie auf ihre Besucher.


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Gemarkungen in Bad Griesbach

Es existieren folgende Gemarkungen: Bad Griesbach i. Rottal, Buchet, Grieskirchen, Karpfham, Reutern, Sankt Salvator und Weng.